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Naturbeziehungen in Zeiten zoonotischer Pandemien. über gute Nähe und kluge Distanz
Kirchhoff, Thomas (2022): "Naturbeziehungen in Zeiten zoonotischer Pandemien. über gute Nähe und kluge Distanz", in: Held, Benjamin/ Kirchhoff, Thomas/ van Oorschot, Frederike/ Stoellger, Philipp/ Werkner, Ines-Jacqueline (Hg.): Coronafolgenforschung. Heidelberg, heiBOOKS: 45-94, https://doi.org/10.11588/heibooks.1049.c14578.
Vieles hat sich durch die Corona-Pandemie verändert – auch unser Verhältnis zu Natur. So haben sich neue Impulse und Aspekte für die alte Frage ergeben, wie wir unsere Naturverhältnisse gestalten sollten. Um einen rationalen gesellschaftlichen Diskurs über unsere Naturbeziehungen in Zeiten zoonotischer Pandemien zu fördern, behandelt dieser Aufsatz zwei Naturbeziehungen, die durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise in den Blick geraten sind: einerseits die stark gewachsene Bedeutung von, ja Sehnsucht nach Natur in Freizeit und Erholung; andererseits die Angst vor Natur als Ursprungsort zoonotischer Pandemien. Mit Blick auf die Sehnsucht nach Natur wird argumentiert, dass mehr ästhetische und symbolische Nähe zu Natur ermöglicht werden sollte. Mit Blick auf die Angst vor Natur wird erläutert, dass das Risiko zoonotischer Pandemien vor allem durch bestimmte menschliche Verhaltensweisen stark erhöht wird, zur Vermeidung von Zoonosen jedoch kein neuartiges Mensch-Natur-Verhältnis erforderlich ist, sondern ›nur‹ eine konsequente Berücksichtigung vorhandenen ökologischen Wissens und vor allem die Beseitigung von sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die ohnehin problematisch sind, weil sie zu globaler Nicht-Nachhaltigkeit, Un-Gleichheit, Umwelt-Un-Gerechtigkeit usw. führen.