Immanenz und Transzendenz

 
  Der Arbeitsbereich thematisiert in theologischer Perspektive Verhältnisse von Transzendenz und Immanenz. Vor dem Hintergrund technisch-wissenschaftlicher Wissensformen rücken vor allem Formen immanentistischen Transzendenzverzichts, oder genauer: der programmatisch-methodischen wie auch der unbewusst-impliziten Indifferenz gegenüber Transzendenz als Ausdrucksformen säkularer Gegenwartskultur ins Blickfeld. Besondere Berücksichtigung erfährt dabei die Transzendenz-Immanenz-Dichotomie im Horizont des Spannungsfeldes von Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit. Dem frei verantwortlichen Umgang des Menschen erscheint „Technik“ als Verfügbares, „Kultur“ als bedingt (da immer auch vorgegebenes) Verfügbares und „Natur“ schließlich als Unverfügbares, also als für den menschlichen Umgang jedenfalls nicht ohne weiteres Disponibles. Eine solche Bestimmung ist für die theologische Diskussion anschlussfähig und -bedürftig. Denn die Frage des Umgangs mit dem schlechthin Unverfügbaren ist eine der Kernaufgaben theologischen Denkens. Insbesondere deutungsbedürftig ist das Problem von Religion als Theotechnik, also des technischen Umgangs des Menschen mit Gott. Die für den technischen Bereich charakteristische Mittel-Zweck-Relation wird in Theologie und theologischer Anthropologie zumeist kritisch gesehen. Die gängige Kritik an der Verfügbarmachung unverfügbarer Transzendenz steht allerdings in Spannung mit den faktischen Formen technischen Transzendenzumgangs, etwa in technischen, bisweilen sakralen Medien. Daraus ergeben sich schwerpunktmäßig Fragen nach (1) Indifferenz gegenüber Transzendenz als Ausdruck wissenschaftlich-säkularer Gegenwartskultur und (2) den Möglichkeiten und Grenzen von Religion als theotechnische Verfügbarmachung des schlechthin Unverfügbaren.
  
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