‚Natur und Kultur‘

 
Menschen stehen als vergesellschaftete Individuen in Beziehungen nicht nur zueinander, sondern auch zur Welt des Nicht-Menschlichen. In christlicher Perspektive ist der Mensch Teil der göttlichen Schöpfung, in säkularen Kontexten wird die Welt des Nicht-Menschlichen unter den Begriff der Natur gefasst. In der Rede beispielsweise von der „Natur als Schöpfung“ und in der Aufforderung zur „Bewahrung der Natur“ überschneiden sich diese beiden Perspektiven. Um aus evangelisch-christlicher Perspektive fundiert Stellung beziehen zu können in den Debatten um Umwelt-, Biodiversitäts- Klimakrise etc. oder auch Bioethik, Naturethik und „Anthropozän“, ist Orientierungswissen darüber erforderlich, welche Naturauffassungen es in modernen Gesellschaften gibt. Dies betrifft insbesondere
 
  1. die dichotomische Auffassung von ‚Natur‘ und ‚Kultur‘ sowie Kritiken an dieser Dichotomisierung;
  2. die jeweiligen Spezifika naturwissenschaftlicher, ästhetischer, symbolischer und moralischer Naturauffassungen, die in sich jeweils nicht einheitlich sind, sondern konkurrierende Ansätze beinhalten, und deren Verhältnis unterschiedlich bestimmt wird;
  3. alternative Vorstellungen darüber, wie ein richtiges Mensch/Gesellschaft-Natur-Verhältnis beschaffen sein müsste;
  4. die jeweiligen Prämissen, den jeweiligen Geltungsstatus und die jeweiligen Konsequenzen unterschiedlicher, teils konkurrierender gesellschaftlicher Naturauffassungen und Ideale des Mensch/Gesellschaft-Natur-Verhältnisses.
Ziel des AB TN im Forschungsfeld „Natur und Kultur“ ist, solches Orientierungswissen zu erarbeiten. Dies geschieht im Rahmen der forschungsleitenden Prämisse, dass die Semantiken von Natur und Kultur sowie deren Verhältnisbestimmungen wesentlich durch Wissen-schaft und Technik als zentrale Bedingungen der Vergesellschaftung des Menschen formiert werden. 
  
Projekte im Forschungsfeld