„Aktivismus“ ist ein umkämpfter Begriff. Er dient als Selbstbeschreibung engagierter Wissenschaft ebenso wie als Vorwurf, mit dem wissenschaftliche Arbeit als unwissenschaftlich zurückgewiesen wird. Die Arbeitsgruppe „Theologie und Aktivismus“ untersucht, welchen Nutzen dieser Begriff im Feld der Theologie hat und welche Spannungsverhältnisse sich zwischen Kirche, Theologie und verschiedenen Aktivismen existieren. In vier halbjährlichen Workshops zwischen 2026 und 2027 erarbeitet sie eine kritisch-reflexive Bestandsaufnahme der Verschränkungen von Theologie und Aktivismus.
Leitfragen der Arbeitsgruppe
- Was leistet der Begriff „Aktivismus“, wenn er auf Theologie angewandt wird – beschreibt er eine Praxisform oder markiert er Positionalität im Diskurs?
- Wie verhalten sich Aktivität, Aktivismus und Aktionismus zueinander?
- Lässt sich religiöser Aktivismus auf politischen Aktivismus zurückführen, oder hat er eine eigene Logik?
- Wie verhält sich die konfessionelle Positionalität der Theologie zu politischer Positionalität?
- Welche Rolle spielen institutionelle Orte – Universität, Kirche, Zivilgesellschaft – für die Frage, was als aktivistisch gilt?
- Welche affektiven Motivationslagen tragen theologische und aktivistische Praxis?
Arbeitsweise
Die Arbeitsgruppe trifft sich zu halbjährlichen Workshops, bei denen eigene und von externen Referierenden beigetragene Paper diskutiert werden. Die Ergebnisse werden laufend online veröffentlicht (https://cursor.pubpub.org/theologie-und-aktivismus) und abschließend für die Publikation in einem Sammelband aufbereitet.
Bisherige Workshops
Vorlauf · 25. November 2024 Auftaktworkshop „Theologie und Aktivismus“: Die Ergebnisse sind hier erschienen: https://cursor.pubpub.org/theologie-und-aktivismus
Workshop I · Mai 2026 Aktivität – Aktivismus – Aktionismus: Begriffsarbeit und beschreibende Erfassung: Wo lassen sich aktivistische Themen und Praktiken in der Theologie lokalisieren, und mit welchem Begriff von Aktivismus wird dabei jeweils gearbeitet?
Geplante Workshops
Workshop II · November 2026, Positionalität – Kontextualität – Konfessionalität: Wissenschaftlichkeit der Theologie, Normativität und analytische Distanz: Wie verhält sich die religiöse Positionalität konfessioneller Theologie zu politischer Positionalität?
Workshop III · 2. Quartal 2027, Institutionalität und Radikalität: Theologie zwischen Zentrum und Peripherie, Universität und Straße; Strukturfragen sowie Diskursmacht und Diskursgewalt von Theologie.
Workshop IV · 4. Quartal 2027, Aktivismus und Affektivität: Leidenschaftlichkeit in der Theologie, Aktivismus als Lebensgefühl, Reflexion affektiver Motivationslagen in der theologischen Wissenschaft.
Mitglieder der Arbeitsgruppe
- Prof. Ruben Zimmermann (Mainz)
- Prof. Thorsten Moos (Heidelberg)
- PD. Dr. Frederike van Oortschot (Heidelberg/Zürich)
- Prof. Mathew Robinson (Lüneburg)
- Prof. Claudia Jahnel (Hamburg)
- Dr. Sarah B. Bach (Zürich)
- Dr. Jonathan Weider (Bamberg)
- PD. Dr. Hendrik Stoppel (Bochum)
- Dr. Katharina Merian (Zürich)
- Jun.-Prof. Dr. Sarah Jäger (Jena)
- Dr. Andreas Mauz (Zürich)
- Dr. Benedikt Friedrich-Lang (FEST)
- Tobias Friesen (FEST)
- Dr. Rasmus Nagel (FEST)
Publikationen aus dem Projekt
- Pfenninger, Michael: „Eingreifende Theologie? Spannungen und Synergien zwischen Wissenschaft und Aktivismus“. https://cursor.pubpub.org/pub/4wlx7ydh/release/1?readingCollection=f8996b60
- Tretter, Max, „Radikaler Aktivismus? Ethische und theologische Reflexionen am Beispiel von Klimaprotesten und Black Lives Matter“. https://cursor.pubpub.org/pub/qysggz3d/release/1?readingCollection=f8996b60
- Friedrich-Lang, Benedikt / Friesen, Tobias: „Distanzlos oder engagiert? Theologie und Aktivismus“. https://www.evangelische-aspekte.de/distanzlos-oder-engagiert/


