Expertise „Reichtum und Verteilung“ für den Münchner Armutsbericht 2022

Quelle: FEST

Titel: Expertise „Reichtum und Verteilung“ für den Münchner Armutsbericht 2022
Laufzeit: 
November 2021 – August 2022
gefördert von:
Landeshauptstadt München
Kooperationspartner: 
Dr. Irene Becker (Empirische Verteilungsforschung)
bearbeitet von: 
Benjamin Held
 
 
Regionale Armuts- und Reichtumsmessung 
 
Zur Vorbereitung des Münchner Armutsberichts 2022 wurde von der Stadt München eine Expertise über „Reichtum und Verteilung“ in der bayerischen Landeshauptstadt ausgeschrieben. Nach der gemeinsamen erfolgreichen Beteiligung an der Ausschreibung, wurde diese von der FEST gemeinsam mit Dr. Irene Becker (Empirische Verteilungsforschung) umgesetzt. Mit der Auftragsformulierung ist bereits angedeutet, dass zwischen beiden genannten Themenschwerpunkten zu differenzieren ist: Während die Einkommens- und Vermögensverteilung für einzelne Regionen isoliert untersucht werden kann, ist zur Erforschung von Reichtum ein Bezug zur Situation in Gesamtdeutschland als gesellschaftlichem Ganzen erforderlich. Vergleiche mit dem Einkommensniveau im Bundesdurchschnitt können wegen unterschiedlicher Lebenshaltungskosten aber nicht auf der Basis von Nominaleinkommen in München erfolgen. Deshalb wurde in der Studie eine Methode entwickelt, mit der die Münchner Einkommen mittels Daten aus dem Mikrozensus um Kaufkraftunterschiede zwischen München und dem Bundesgebiet insgesamt bereinigt werden. Die Auswertungen zeigen dabei insbesondere bei den Armutsquoten relevante Unterschiede zu anderen Konzepten der regionalen Armuts- und Reichtumsmessung. Der neu entwickelte Ansatz soll in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „Wirtschaft und Statistik“ des Statistischen Bundesamts Mitte 2023 veröffentlicht werden.
 
Daneben wird in der Expertise eine integrierte Betrachtung der Einkommens- und Vermögenssituation vorgenommen. Denn letztlich beeinflussen beide Dimensionen finanzieller Ressourcen die materiellen Teilhabemöglichkeiten von Haushalten. Vermögen ist in eine Einnahme umwandelbar, um bei unzureichenden oder wegfallenden Einkommen den Lebensunterhalt zu gewährleisten. Eine derartige Betrachtung für München stößt aber an bisher unüberwindbare Grenzen was die Datenverfügbarkeit angeht, weswegen hierfür nur Auswertungen für München und Nürnberg zusammen präsentiert werden können und Empfehlungen für eine zukünftige Erweiterung der Datenerhebung gegeben werden.
 
Die Expertise kann hier heruntergeladen werden:
 
Ansprechpartner

Dr. Benjamin Held

Leiter des Arbeitsbereichs “Nachhaltige Entwicklung”

06221/167257