Wald- und Baumbestattungen: Präsentation und Diskussion von Projektergebnissen

Gedenkplatz im Bestattungswald Bötersheim 

Quelle: Wikimedia Commons, smarties, CC BY-SA-4.0

 
In einer Videokonferenz wurden erste Ergebnisse des empirischen Projekts „Wald- und Baumbestattungen. Erkenntnisse über Präferenzen und Motive bezüglich Ort, Art und Gestaltung auf der Basis einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung“ vorgestellt und diskutiert.
Das kooperativ von FEST (PD Dr. Thomas Kirchhoff) und Sozialwissenschaftlichem Institut der EKD (Prof. Dr. Georg Lämmlin, Veronika Eufinger) durchgeführte Projekt reagiert darauf, dass die Friedhofs- und Bestattungskultur derzeit starke Veränderungsdynamiken zeigt, mit Trends zu Urnenbestattungen und alternativen Bestattungsformen, vor allem zu Waldbestattungen. Diese Entwicklungen führen auf vielen Friedhöfen zu Überhangflächen bzw. Belegungslücken und machen es für Friedhofsträger immer schwieriger, Friedhöfe dauerhaft zu unterhalten. Sie stellen die kirchliche Bestattung vor große Herausforderungen, sich auf veränderte Erwartungen, Einstellungen und Handlungsformen einzustellen. Darüber hinaus werfen diese Entwicklungen grundlegende Fragen auf, z.B. ob sich in der zunehmenden Präferenz für Waldbestattungen ein gesellschaftlicher Wandel von Todesauffassungen, Naturbildern, Religiosität sowie Trauer- und Erinnerungskultur zeigt.
Um der Diskussion dieser Fragen eine empirische Basis zu geben, wurde – gefördert von der EKD und der EKiBa – eine bevölkerungsrepräsentative Befragung (N = 2.014) durchgeführt, in der Motive, Vorstellungen und Präferenzen erhoben wurden, die der Entscheidung für oder auch gegen eine Wald- oder Baumbestattung zugrunde liegen.
In der Videokonferenz wurden zunächst wichtige Ergebnisse der statistischen Auswertung der empirischen Daten vorgestellt. Daran schloss sich eine ausführliche Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an, die in verschiedenen Landeskirchen der EKD mit dem Themenfeld der Bestattungskultur und Friedhofsgestaltung befasst sind. Die Projektergebnisse sollen voraussichtlich Anfang 2026 unter einer Open-Access-Lizenz publiziert werden.
Ansprechpartner

PD Dr. Thomas Kirchhoff

Wissenschaftlicher Referent Arbeitsbereich "Theologie und Naturwissenschaft"