Erneuerbare Energien und Landschaft

Quelle: Thomas Kirchhoff/Cedric Reif/Adobe

Seit mehreren Jahren wird an der FEST zu dem konfliktbehafteten Thema geforscht, wie sich Windenergieanlagen auf das Landschaftsbild bzw. auf die ästhetische Wahrnehmung von Landschaften auswirken. Nach mehreren landschaftstheoretisch kulturwissenschaftlichen Analysen und Publikationen dazu wurde 2020 – gefördert durch das Heidelberg Center for the Environment (HCE) und in Zusammenarbeit insbesondere mit Prof. Dr. Michael Suda, Inhaber des Lehrstuhls für Wald- und Umweltpolitik (WUP) an der Technischen Universität München (TUM) – eine empirische Studie zu dieser Thematik durchgeführt.
In einer Online-Befragung und in persönlichen Interviews wurden zum einen landschaftsästhetische Beurteilungen mastartiger Bauten (Windenergieanlage, Sendeturm, Schornstein einer Müllverbrennungsanlage; vgl. Abbildung oben), zum anderen Auffassungen über Risiken und Chancen von Windenergieanlagen erhoben. Die Untersuchung soll nicht nur aktuelle Daten zur Beurteilung und Akzeptanz von Windenergieanlagen liefern, sondern auch zu der methodischen Fragestellung beitragen, inwiefern die Antwort auf landschaftsästhetische Fragen durch moralische Beurteilungen beeinflusst wird, wobei die Hypothese lautet: Windenergieanlagen in der Landschaft werden ästhetisch positiver bewertet als Sendemasten und diese als Schornsteine, weil erstere moralisch am positivsten und letztere am schlechtesten bewertet werden.
 
Der erhobene umfangreiche Datensatz (n = 1.001) wurde ausgewertet und ein entsprechender Artikel im Oktober 2022 in Landscape and Urban Planing open access veröffentlicht.
Erkennbar sind signifikante, über demographische Unterschiede sehr konstante Unterschiede in der Bewertung der Landschaftsbilder und eine Erklärbarkeit von Bewertungsunterschieden mittels zweier Faktoren.
Ansprechpartner

PD Dr. Thomas Kirchhoff

Wissenschaftlicher Referent Arbeitsbereich "Theologie und Naturwissenschaft"

Tabea Feucht

Wissenschaftliche Hilfskraft Arbeitsbereich Theologie und Naturwissenschaften

Cedric Reif

Wissenschaftliche Hilfskraft Arbeitsbereich Theologie und Naturwissenschaften