Theologie und Aktivismus

Quelle: Daniel Gutko (unsplash)

Seit einigen Jahren finden vermehrt Debatten über das angemessene Verhältnis zwischen Wissenschaft einerseits und verschiedenen Formen des politischen Aktivismus andererseits statt. Dabei wird “Aktivismus” sowohl positiv als Selbstbeschreibung als auch pejorativ als Kampfbegriff verwendet.
 
Für die Theologie stellt sich die Sachlage besonders komplex dar, da für ihr wissenschaftliches Selbstverständnis nicht nur die Frage des Verhältnisses zur Politik, sondern auch zur Religion eine zentrale Rolle spielt. Inwiefern Theologie etwa eine religiöse “Agenda” betreibt und wie dies mit ihrem Charakter als Wissenschaft vereinbar ist, ist eine klassische Frage der theologischen Wissenschaftstheorie. Damit stehen neben der Frage des Verhältnisses von (1) Wissenschaft und Politik sowie von (2) Wissenschaft und Religion auch das Verhältnis von (3) Religion und Politik zur Debatte.
 
Nicht nur lassen sich strukturelle Analogien von religiösem und politischem Aktivismus diskutieren, sondern beides ist auch häufig inhaltlich miteinander verknüpft, etwa im Engagement zur “Bewahrung der Schöpfung” - das Beispiel “Klimatheologie” hätte es entsprechend mit einer dreifachen Verschränkung zu tun. Ähnliches gilt für Theologien des Friedens. In Debatten um politische Theologien oder sog. engaged theologies wurden diese Verschränkungen bereits diskutiert.
 
Ein Workshop zum Thema ist in Vorbereitung.
Ansprechpartner

Dr. Rasmus Nagel

Wissenschaftlicher Referent Arbeitsbereich "Theologie und Naturwissenschaft" (beurlaubt)

PD Dr. Frederike van Oorschot

Leiterin des Arbeitsbereichs "Religion, Recht und Kultur" (beurlaubt)