Klimabericht der EKD / Monitoring zur EKD-Klimaschutzrichtlinie

Quelle: Mechthild Klein evangelisch.de.jpg

Titel: Klimabericht der EKD / Monitoring zur EKD-Klimaschutzrichtlinie/Roadmap 2035
Laufzeit: 
2024 bis laufend
Beauftragt von: 
EKD
Kooperationpartner:
Evangelische Landeskirchen
Kirchenamt der EKD
Bearbeitet von:
Hannes Vetter, Dr. Benjamin Held, Dr. Oliver Foltin
 
Hintergründe
Im Zuge der Umsetzung der im Oktober 2022 in Kraft getretenen Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Erreichung der Netto-Treibhausgasneutralität (im Folgenden EKD-Klimaschutzrichtlinie) hat eine Arbeitsgruppe der FEST in enger Abstimmung mit den evangelischen Landeskirchen ein Konzept zum Monitoring und zur Bilanzierung der kirchlichen Treibhausgasemissionen (THG) erarbeitet, um die Fortschritte im Hinblick auf die in der Richtlinie festgelegten Ziele (–90% bis 2035, –100% bis 2045) feststellen zu können. Dieses Konzept wurde Ende März 2024 vom Kirchenamt der EKD an die zwanzig Gliedkirchen versandt und kann hier heruntergeladen werden:
 
Die zwei Säulen der Erhebung: THG-Bilanzierung & Roadmap-Monitoring
Über die THG-Minderungsziele hinaus werden in der „Roadmap 2035“, die der EKD-Klimaschutzrichtlinie beigefügt ist, weitere Ziele genannt, die für die zukünftige Erreichung der THG-Neutralität von Bedeutung sind. Damit soll über die retrospektive Bilanzierung hinaus eine Abschätzung der zukünftigen Zielerreichungswahrscheinlichkeit ermöglicht werden. Dementsprechend gliedert sich auch das Monitoringkonzept in zwei Erhebungsinstrumente:
  • Die THG-Bilanzierung umfasst die THG-Bilanzierung der Bereiche Gebäude und dienstliche Mobilität. Die erste Abfrage der THG-Emissionen in den Gliedkirchen fand durch die FEST im Jahr 2025 statt und erfasst die möglichst aktuellen Verbrauchswerte, idealerweise von 2024 (siehe Ergebnisse unten).
  • Das Roadmap-Monitoring wird als zweites Ergebungsinstrument eingesetzt. In der sogenannten Roadmap-Umfrage werden die über die THG-Reduktion hinausgehenden Ziele der Roadmap adressiert; die Erhebung in den Gliedkirchen erfolgt jährlich als Online-Umfrage. Die ersten beiden jährlichen Befragungen fanden im Frühjahr 2024 und 2025 statt.
Berichterstattung im wechselnden Format
Die EKD-Synode wird durch den Klimabericht auf Grundlage dieser beiden Erhebungsinstrumente über den Stand der Umsetzung der EKD-Klimaschutzrichtlinie informiert, was bereits für die Jahre 2024 (Link zum Klimabericht 2024) und 2025 (Link zum Klimabericht 2025) geschah. Beginnend mit Jahr 2024 werden jährlich abwechselnd zwei Berichtsformate vorgelegt:
  • Der Fortschrittsbericht enthält die Auswertungen aus dem Roadmap-Monitoring sowie Ausführungen zu ggf. bestehenden Umsetzungslücken und Maßnahmen zu deren Schließung.
  • Der Fortschrittsbericht mit THG-Bilanz enthält neben den Ergebnissen des Roadmap-Monitorings auch die Ergebnisse der THG-Bilanzierung für die Bereiche Gebäude und dienstliche Mobilität.
Methodik: FAQ und Emissionsfaktoren
Um eine vergleichbare THG-Bilanzierung zu gewährleisten, wurden zudem die von der FEST bereits seit 2010 vorgelegten Empfehlungen zur Berechnung von THG-Emissionen im kirchlichen Kontext grundlegend aktualisiert. Diese Empfehlungen sind nun in Form von FAQs (Frequently Asked Questions) aufbereitet. Sie spiegeln vor allem die Vorgehensweise wider, wie sie die FEST bei der THG-Bilanzierung für die EKD-Klimaschutzrichtlinie anwendet. Aus inhaltlichen Gründen und zur Gewährleistung vergleichbarer Ergebnisse empfiehlt die FEST, diese Bilanzierungsmethodik auch über die THG-Bilanzierung der EKD-Klimaschutzrichtlinie hinaus im kirchlichen Kontext anzuwenden. Das FAQ, das bei Bedarf weiterentwickelt wird, sowie die zugehörigen aktuellen THG-Emissionsfaktoren können unter den folgenden Links heruntergeladen werden:
 
Ergebnisse des Klimaberichts 2025
Der Klimabericht 2025 liegt in seiner aktuellen Fassung nun zum zweiten Mal vor. Bereits im Jahr 2024 wurden über einen umfassenden Fragebogen die Klimaschutzaktivitäten der Landeskirchen und der EKD adressiert. In diesem Jahr geht die Berichterstattung einen Schritt weiter: Erstmals wurde für die Landeskirchen und die EKD eine Treibhausgasbilanz für den Gebäudebereich erstellt. Die enge Abstimmung mit den Landeskirchen und der EKD bildet dabei die Grundlage für belastbare Ergebnisse.
 
Durch die erstmalige Erstellung der Treibhausgasbilanz konnte eine quantitative Ausgangsbasis für den Reduktionspfad geschaffen werden. Der Schwerpunkt der Bilanzierung liegt auf dem Bereich Gebäude, da hier der überwiegende Teil der Emissionen entsteht und zugleich der größte Hebel für wirksame Reduktionen besteht. Für den Gebäudebestand der Landeskirchen konnten erstmals flächendeckend Daten erhoben werden; nur drei Landeskirchen stellten keine Daten für den Gebäudebereich zur Verfügung. Auf dieser Basis ergibt sich für das Jahr 2024 eine geschätzte Emissionsmenge von rund 520.000 t CO₂e für die Gebäude der 20 Landeskirchen und der EKD. Diese Zahl verdeutlicht die Größenordnung der Herausforderung und unterstreicht die zentrale Bedeutung des Gebäudebereichs für das Erreichen der Klimaziele.
Auffällig ist der weiterhin sehr hohe Anteil fossiler Energieträger (Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Kohle), der in den Landeskirchen zwischen etwa 73% und 97% liegt. Dieser Wert übersteigt den bundesweiten Durchschnitt und ist Ausdruck der besonderen Struktur kirchlicher Gebäude, die häufig älter, teilweise denkmalgeschützt und nur eingeschränkt sanierbar sind. Zugleich macht er deutlich, dass ohne einen intensivierten und konsequenten Umbau der Wärmeversorgung die angestrebte Emissionsminderung nicht erreichbar sein wird.
 
Die Treibhausgasbilanzierung der dienstlichen Mobilität wurde ebenfalls begonnen, weist jedoch noch Lücken auf. Während einige Landeskirchen bereits über gut ausgebaute Datengrundlagen verfügen, befinden sich andere noch im Aufbau entsprechender Erfassungssysteme. Eine belastbare Gesamtsumme für den EKD-Raum konnte daher noch nicht ausgewiesen werden. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch bereits, dass die Emissionen der Mobilität im Vergleich zum Gebäudebereich deutlich geringer ausfallen. Nichtsdestoweniger wird langfristig auch für die dienstliche Mobilität eine Verbesserung der Datengrundlage angestrebt, um den Reduktionspfad auch in diesem Bereich mit den gesetzten Zielen abgleichen zu können.
 
Ergänzend zur Bilanzierung enthält der Klimabericht erneut das jährliche Roadmap-Monitoring auf Basis einer standardisierten Umfrage. Alle Landeskirchen und die EKD haben daran teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen Fortschritte etwa beim Aufbau von Energiecontrolling-Strukturen, bei der Einführung von Klimaschutzgesetzen sowie bei der Aufstellung von Gebäudebedarfsplanungen. Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Prozesse noch am Anfang stehen und weiterentwickelt werden müssen.
Ansprechpartner

Dr. Hannes Vetter

Wissenschaftlicher Referent Arbeitsbereich "Nachhaltige Entwicklung"

Dr. Benjamin Held

Leiter des Arbeitsbereichs “Nachhaltige Entwicklung”

Dr. Oliver Foltin

Stellvertretender Leiter der FEST