Wohlfahrtsindizes (NWI/RWI)
Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI) zielt – genau wie seine regionale Entsprechung auf Bundesländerebene, der Regionale Wohlfahrtsindex (RWI) – auf einen Perspektivwechsel gegenüber dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), indem er den Blick um wohlfahrtsrelevante ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im Zusammenhang mit den Wirtschaftsaktivitäten in einem Land erweitert. Damit steht er im Kontext einer international geführten Diskussion um neue Indikatoren für gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt. Auch nach seiner methodischen Weiterentwicklung zur Version 3.0 – die im aktuellen Methodenbericht umfassend dargestellt ist – versteht sich der NWI dabei weiterhin als offenes System, dessen kontinuierliche Weiterentwicklung auf Basis des jeweils besten verfügbaren Wissens sowohl hinsichtlich der bereits berücksichtigten Komponenten als auch möglicher neuer Aspekte angestrebt wird. Ziel des NWI ist es, Einblicke, Orientierung und Anlass für Diskussionen im komplexen Gebiet der Wohlfahrtsentwicklung im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung zu bieten.
Seit mehreren Jahren kooperiert die FEST mit dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung bezüglich der regelmäßigen Veröffentlichung und Weiterentwicklungen des NWI. Die Zeitreihe wird jährlich fortgeschrieben und beim IMK veröffentlicht. Hier die Übersicht der Veröffentlichungen:
Zudem ist der NWI Teil der Daten zur Umwelt des Umweltbundesamtes. Die Daten werden dort regelmäßig aktualisiert:
Die Methodik und Hintergründe zum NWI können in den Methodenberichten nachvollzogen werden.
Der aktuelle Methodenbericht kann hier kostenfrei heruntergeladen werden:
Dabei ist der NWI im Jahr 2009 in Zusammenarbeit zwischen der FEST (Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Dorothee Rodenhäuser) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin (Roland Zieschank) war im Rahmen eines vom Umweltbundesamt geförderten Projektes 2009 eine erste Version des Wohlfahrtsindex entwickelt worden. Die Studie wurde unter dem Titel “Wohlfahrtsmessung in Deutschland – Ein Vorschlag für einen nationalen Wohlfahrtsindex” veröffentlicht und stellt rückblickend sozusagen den Methodenbericht des NWI 1.0 dar:
Methodenbericht NWI 1.0: Deutsche Fassung / Englische Fassung
Danach kam es zur Weiterentwicklung zum NWI 2.0 im Auftrag des Umweltbundesamt. Der dazugehörige Methodenbericht kann hier heruntergeladen werden:
Artikel zum NWI sind außerdem sowohl in nationalen auch internationalen Kontexten veröffentlicht worden, z.B. folgende:
Auf Grundlage des NWI wurden auch Methoden zur Berechnung der Wohlfahrt auf Bundesländerebene, der sogenannte Regionale Wohlfahrtsindex (RWI), entwickelt. Die Entwicklung und erste Berechnung des RWI wurde im Rahmen einer von der schleswig-holsteinischen Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beauftragten Studie unter dem Titel “Grünes BIP – Grüne Wirtschaftspolitik für Schleswig-Holstein” im Jahr 2010/11 erstellt. Neben der Berechnung des RWI für Schleswig-Holstein wurden dabei auch Branchenanalysen und Empfehlungen für eine grüne Wirtschaftspolitik erarbeite. Die Studie entstand in einer Kooperation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST, Federführung), des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin (IÖW) und dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin (FFU); außerdem fand eine intensive Beratung von ersten Versionen des Textes mit dem Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie statt.
Inzwischen wurden für zahlreiche weitere Bundesländer Berechnungen des RWI angestellt und in Form von frei verfügbaren Studien veröffentlicht.
Basierend auf der Methodik NWI/RWI 3.0:
Basierend auf der Methodik NWI/RWI 1.0 und 2.0:
Regionaler Wohlfahrtsindex Schleswig-Holstein (2011, 2019)
Regionaler Wohlfahrtsindex Thüringen (2013, 2019)
Regionaler Wohlfahrtsindex Rheinland-Pfalz (2015, 2017)
Regionaler Wohlfahrtsindex Nordrhein-Westfalen (2016)
Regionaler Wohlfahrtsindex Hamburg (2014)
Regionaler Wohlfahrtsindex Bayern (2013, 2014)
