Randzonen des Willens


Entscheidung und Einwilligung in Grenzsituationen der Medizin: Anthropologie, Psychologie, Recht und Ethik

Die Geschichte des Willens in der Medizin ist eine Erfolgsgeschichte. Der Patientenwille hat in Abwehr eines ärztlichen Paternalismus immer stärker Berücksichtigung gefunden und ist sowohl in der ärztlichen Ethik wie auch gesetzlich fixiert. Die Autonomie eines Patienten zu respektieren heißt primär, seinen Willen in der Entscheidung über eine medizinische Maßnahme zu berücksichtigen. Diese Konjunktur des Willens ist ambivalent: Einerseits ist die Kategorie des Willens so erfolgreich, dass sie in zunehmendem Maße auch bei Personen Anwendung findet, die bisher als Nichteinwilligungsfähige allein Objekt der Entscheidung anderer waren (so etwa Kinder sowie demenziell und psychisch Erkrankte). Andererseits droht das Konzept des Willens angesichts der zunehmenden Komplexität medizinischer Zusammenhänge und diesbezüglicher schwieriger Entscheidungen selbst bei „mündigen“ Patientinnen und Patienten überlastet zu werden (etwa in der informierten Einwilligung bei klinischen Studien).

Fragestellungen

  • Welche Lasten der Begründung und Legitimation von Entscheidungen können, gerade in Grenzsituationen, dem Willen der Patienten und Probanden auferlegt werden?
  • Wie ist mit dem Willen in medizinischen Grenzsituationen umzugehen, und was lässt sich aus diesen Randzonen des Willens über die Anthropologie des Willens insgesamt lernen?

Arbeitsformen

Verantwortlich

  • Dr. Thorsten Moos

Fördergeber

Volkswagen-Stiftung

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Christina Schües, Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, Universität Lübeck
  • Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, Universität Lübeck

Publikationen

Moos, Thorsten/Rehmann-Sutter, Christoph/Schües, Christina (Hg.) (2016): Randzonen des Willens. Anthropologische und ethische Probleme von Entscheidungen in Grenzsituationen, Reihe "Praktische Philosophie kontrovers", Bd. 6, Frankfurt am Main: Peter Lang. (Leseprobe, Inhaltsverzeichnis und weitere Informationen finden Sie hier.)

Moos, Thorsten (2015): „Nicht ohne seinen Willen. Theologisch-ethische Überlegungen zur Gewebespende eines Geschwisterkindes“, in: Schües, Christina/ Rehmann-Sutter, Christoph (Hg.), Rettende Geschwister. Ethische Aspekte der Einwilligung in der pädiatrischen Stammzelltransplantation, Paderborn 2015, 189–213.

Berichte

Weilert, Katarina (2015): Kindeswohl, in: FEST-Jahresbericht 2014, 15.
Moos, Thorsten (2015):
Randzonen des Willens, in: FEST-Jahresbericht 2014, 18−19.

Weilert, Katarina (2014): Beschneidung, in: FEST-Jahresbericht 2013, 13.
Moos, Thorsten (2014):
Der Wille in der Medizinethik, in: FEST-Newsletter Juni 2014, 12.
 

VERANSTALTUNGEN
Karl-Siegbert Rehberg: "Ressentiment-Aufstand und rechtspopulistische Selbstermutigung. Eine teilnehmende Beobachtung der jüngsten Dresden-Szenen", 03. Mai 2017, 18:00 Uhr c.t., öffentlicher Vortrag, FEST, Heidelberg

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Workshop „Photovoltaik und Solarthermie für kirchliche Gebäude“, Mittwoch, 10. Mai 2017, 11.00-16.30 Uhr

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