Gerechter Frieden

 

Gerechter Frieden - ein globales Konzept?

 

Die veränderte weltpolitische Konstellation und die neuen Rahmenbedingungen internationaler Politik stellen auch die Kirchen vor neuen Herausforderungen: Mit dem Wegfall der Bipolarität, dem veränderten Kriegstypus, den damit einhergehenden Reaktionen der internationalen Gemeinschaft sowie der zunehmenden Gefahr der Entgrenzung von Gewalt sind sie zum einen inhaltlich gefordert, neue friedensethische Bewertungsgrundlagen und Handlungskriterien zu entwickeln. Zum anderen sind sie strukturell herausgefordert. Angesichts des Fortschreitens von Globalisierung und Global Governance und der zunehmenden Bedeutung transnationaler Akteure gewinnen auch religiös basierte NGOs wie der Weltkirchenrat (WCC) in der internationalen Politik an Einfluss. Daraus leitet sich für den WCC die Chance – und ggf. auch die Verpflichtung – ab, in einem seiner wichtigsten Tätigkeitsfelder, der Friedensethik, international aktiv zu sein und Einfluss zu nehmen.

Mit dem Konzept des gerechten Friedens versuchen die Kirchen – auf internationaler Ebene der WCC, gleichfalls aber auch andere religiös basierte NGOs sowie der Vatikan –, darauf eine Antwort zu geben. Dabei umfasst der gerechte Frieden weitaus mehr als den Schutz von Menschen vor ungerechtem Einsatz von Gewalt; er schließt soziale Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte und Sicherheit für alle Menschen mit ein. Dennoch bleibt die Frage nach der Anwendung von Waffengewalt auch für den gerechten Frieden von zentraler Bedeutung. Verlangt ist eine ethische Erwägungskompetenz, die angesichts der internationalen Forderung nach einer Responsibility to Protect eine ganz neue Brisanz gewinnt und zugleich auch die Friedensethik mehr denn je herausfordert.

Das Projekt „Der gerechte Frieden – ein globales Konzept?“ untersucht, wie die Kirchen vor dem Hintergrund ihrer eigenen friedensethischen Positionen das ökumenische Konzept des gerechten Friedens rezipieren und welche Rolle diesem auf der Ebene der internationalen Politik zukommen kann. Verfolgt wird ein empirisch-analytischer Ansatz mit dem Ziel, das ökumenische Konzept zum gerechten Frieden und seine Einflussnahme auf die internationale Politik zu untersuchen. Intention des Projektes ist es, die Chancen, aber auch Restriktionen, die diesem friedensethischen Konzept inhärent sind, in den Blick zu nehmen und einer kritischen Analyse zu unterziehen.

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"FRIEDENSETHIK – politisch auf verlorenem Posten?" Kritische Erwägungen anlässlich der Präsentation des Handbuch(s) Friedensethik, 27. März 2017, Haus der EKD, Berlin

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